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Über 3300 Unterschriften für eine rassismusfreie Türsteherpolitik in Wiener Neustadt!

Am Mittwoch, den 7.2.2007, überreichten Alassane Kane und Dipl.-Ing. Brigitte Haberstroh Bürgermeister Bernhard Müller stolze 3313 Unterschriften für eine rassismusfreie Türsteherpolitik in Wiener Neustadt. Die Petition, die vom afrikanischen Kulturverein Xalaat Africa und der Straßenzeitung Eibischzuckerl initiiert wurde, fordert die Einhaltung der bestehenden Anti-Diskriminierungsgesetze. Das ist notwendig geworden, da  in einigen „In-Lokalen“ die Gäste nach  Hautfarbe und ethnischer Zugehörigkeit selektiert werden.  

Im Gespräch mit dem Bürgermeister und Sozialstadträtin Puschnig wurden Maßnahmen gegen Innenstadtlokale, die rassistische Türpolitik betreiben, besprochen und ein konsequentes Vorgehen gegen die Verantwortlichen gefordert. Die als Gäste Ausgeschlossenen sind übrigens nicht nur (Österreicher) afrikanischer Herkunft, sondern auch gebürtige SüdamerikanerInnen, KaribInnen und – wie vor wenigen Tagen bekannt wurde – dunkelhäutige Staatsbürger der USA. Allein im vergangenen Jahr gab es einige Anzeigen von rassistischen Vorfällen, aber erst die Petition hat das Thema publik gemacht und viele Diskussionen über Rassismus und Diskriminierung ausgelöst.

Die Stadt versichert, dass jeder Anzeige nachgegangen wird, und fordert Opfer und Zeugen auf, rassistische Vorfälle beim Gewerbeamt zu melden, damit rechtliche Schritte eingeleitet werden können. „Seien Sie versichert, dass Sie in uns engagierte Mitstreiter haben“, so Müller. Bei der letzten Sitzung des Integrationsbeirates im April wurde die Petition auch Vertretern der „Herrengassengastronomen“ überreicht. Bürgermeister Müller kündigte an,  in den Schulen präventive Initiativen zu starten.

Das Phänomen der rassistischen Türpolitik ist bekanntlich nicht auf Wiener Neustadt beschränkt, allerdings wird hier erstmals auf diese Weise dagegen vorgegangen. Würde die Stadt greifende Maßnahmen gegen diese Gesetzesbrüche finden, hätte sie die Chance, in Österreich Vorreiter in diesem Bereich der Gleichbehandlung zu werden.  

Es bleibt zu hoffen, dass die Petition einen Ball ins Rollen bringt und auch  Engagierte in anderen Regionen Österreichs die Gleichbehandlung von Personen unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe einfordern. Solange aber Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft vom Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen ausgeschlossen werden (können), kann von einer erfolgreichen Integrationspolitik leider keine Rede sein. Deswegen werden seitens der Initiatoren der Petition auch weitere Schritte in Erwägung gezogen, um die Gleichbehandlung in Wiener Neustadt Realität werden zu lassen.         .